„Kärnten kann ich mir nicht leisten“

„Kärnten kann ich mir nicht leisten“, war mein erster Kontakt mit Mallorca! Der damalige Bundeskanzler Österreichs Bruno Kreisky machte die Österreicher mit dieser Aussage Ende der 1970-er Jahre auf die Insel aufmerksam! Er ließ sich auf Anraten seines Cousins hier nieder und war Trendsetter.

Nicht uninteressant nach dem Habsburger Ludwig Salvator ( Luis Salvador), der erste Österreicher hier auf der Insel und von den Mallorquinern adoptiert. Bruno Kreisky, Sozialdemokrat und damals Bundeskanzler der Republik Österreich als weiterer Inselbewohner ebenfalls geschätzt und geehrt von den Mallorquinern.

Sein Haus in Costa Blanes war keine abgeschirmte Finca, mit riesigem Grundstück, sondern konnte von jedermann betrachtet werden, und wenn sein VW Cabrio in den Farben schwarz-gelb vor der Türe stand, wusste man, Bruno ist da. Sein Haus war Ziel vieler österreichischer Touristen, die gerne ein „Selfie“ mit ihrem Bundeskanzler als Andenken aus ihrem Urlaub mit nach Hause nahmen.

Kreisky fuhr zum Bäcker, trug selbst Möbel ins Haus. Audienz hielt er auch: Arafat, Gadaffi besuchte ihn hier auf der Insel, und der spanische König kam zum Schnitzelessen ins Haus. Gefragt, ob jemand es nicht gut fände, dass er hier auf der Insel lebe, antwortete Bruno Kreisky: “Ja, mein Schneider und mein Schuster, denn Anzüge und Schuhe brauche ich nicht mehr!“ Er nannte es im Scherz „die mallorquinische Verwahrlosung“.

Im Jahr 1990, nach seinem Tod am 29. Juli, organisierte die Gemeinde Calvià eine Fotoausstellung von sehr privaten und persönlichen Fotos im Rathaus. Vielleicht gibt es irgendwann eine Gelegenheit, dieses Fotomaterial aus den Archiven Calviàs zu einer neuen Ausstellung zu formen.

Der heurige 100-jährige Todestag des österreichischen Kaisers Franz Josef I. ist vielleicht Gelegenheit die Beziehung Österreich/Wien und Mallorca in Erinnerung zu rufen, denn dass die Mallorquiner die Österreicher mögen, konnte ich im vollen Flieger von Wien nach Palma erleben, als Schulkassen noch aufgeregt über ihren Wien-Besuch redeten.

Irgendwas machen die Österreicher anders!

Über den Autoren

Friedrich A. Panizza

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02 2016

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  1. Christa #
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    Ein sehr interessanter Beitrag.

    Als Schweizern, somit in der gleichen Minderheit in der deutschen Sprache hier auf der Insel wie die Österreicher, freue ich mich über diesen österreichischen Kommentar.

    Bin gespannt auf weitere Beiträge.



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